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Landwirtschaft in Oberfranken

Landwirtschaft in Oberfranken

Die Landwirtschaft in Oberfranken ist durch eine enorme Vielfalt geprägt. Ursache hierfür sind in erster Linie unterschiedliche naturräumliche und klimatische Rahmenbedingungen. In den klimatisch günstigsten Lagen um Oberhaid (Landkreis Bamberg) wird Wein angebaut. Um Pretzfeld (Landkreis Forchheim) ist das größte geschlossene Süßkirschenanbaugebiet Mitteleuropas entstanden. In den rauen Mittelgebirgslagen wie beispielsweise den alpin anmutenden Steilhängen des Frankenwaldes (Landkreis Kronach und Kulmbach) dominieren karge Grünlandflächen, während die sandigen Talauen von Main und Regnitz (Landkreis Bamberg) sich für die Erzeugung von Spargel eignen. Ein Schwerpunkt der Milchviehhaltung ist in Ostoberfranken (Landkreis Hof und Wunsiedel) entstanden, dagegen dominiert im Landkreis Coburg die Schweinehaltung. Im Landkreis Bayreuth spielt auch die Energieerzeugung eine bedeutende Rolle auf den Ackerflächen.

Von Lämmern, Schafen und Frankenvieh

Landwirtschaft in Oberfranken Die Wacholderheiden im fränkischen Jura sind aus der traditionellen Schafhaltung entstanden, die heute vor allem zu Ostern noch Lammfleisch produziert. Im Landkreis Hof ist die Sommergerste (Braugerste) vorherrschend und liefert damit einen wichtigen Rohstoff nicht nur für oberfränkische Bierspezialitäten. Rund ein Viertel der bayerischen Braugerste wird in Oberfranken geerntet. Vereinzelt findet man auch Hopfenanbau. Das Frankenvieh (Gelbvieh) ist als alte traditionelle Rinderrasse genauso noch zu finden wie die Coburger Füchse, eine etwas irreführende Bezeichnung für eine selten gewordenen Schafrasse. Und nicht zuletzt spielt die Teichwirtschaft regional eine bedeutende Rolle. Nur andeuten lässt sich hier die enorme Bandbreite der Landwirtschaft in der Genussregion Oberfranken. Anspruch auf Vollständigkeit der Besonderheiten kann dieser kurze Abriss nicht erheben!

Kleinbauern prägen die oberfränkische Landwirtschaft

Landwirtschaft in Oberfranken Die Ackernutzung wird hauptsächlich durch Getreide, Winterraps, Mais und verschieden Formen des Futterbaus geprägt. Das Dauergrünland, also Wiesen und Weiden, setzt mit fast einem Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche einer weiteren Ausdehnung des Ackerbaus Grenzen. Diese Vielfalt der Landbewirtschaftung ist auch für das Auge erkennbar und spiegelt sich in der abwechslungsreichen oberfränkischen Kulturlandschaft wieder. Das gerade für den Tourismus so reizvolle und attraktive Landschaftsbild ist das Ergebnis jahrhundertlanger Landbewirtschaftung - und damit auch Landschaftspflege. Eine wirtschaftliche Verwertung von Grünlandflächen ist nur über die Rinderhaltung möglich. Somit ist nicht verwunderlich, dass die Rinderhaltung und hier vor allem die Milchviehhaltung in einer großen Zahl von Betrieben die wichtigste Einnahmequelle darstellt. Gleichwohl haben sich aber auch Betriebe auf Schweinezucht und Schweinemast spezialisiert. Gemeinsam sind allen Tierhaltungsbetrieben vergleichsweise überschaubare Bestandsgrößen.

Die vergleichsweise kleinbäuerliche Landwirtschaft mit überschaubaren Flächengrößen und Tierbeständen ist fest mit der Region verbunden. Die Vielfalt des Anbaus und der Tierhaltung sowie die Nähe zu den Verarbeitungsbetrieben in der Region garantieren kurze Transportwege und damit Frische der Produkte. Eine nachvollziehbare und transparente Erzeugung wird sowohl vom Verbraucher als auch den Bäckern, Metzgern und Brauern der Region geschätzt.

Oberfrankens Landwirtschaft in Zahlen

Landwirtschaft in Oberfranken In Zahlen und nüchtern betrachtet, stellt sich die Landwirtschaft in der Genussregion so dar:
Mit einem Anteil von 46,8% der Landwirtschaftsfläche und weiteren 40,1% der Waldfläche an der gesamten Gebietsfläche prägen land- und forstwirtschaftliche Nutzungen das Bild der Kulturlandschaft in ganz entscheidendem Maße. Mit rund 10.300 landwirtschaftlichen Betrieben (>2 ha) ist Landwirtschaft noch in nahezu allen oberfränkischen Dörfern präsent. Mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 29,7 ha werden fast alle Betriebe als bäuerliche Familienbetriebe geführt. Der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe beträgt 65%, wobei die Spanne von 42% im Landkreis Wunsiedel bis hin zu 78 % im Landkreis Forchheim beträgt.

Der Anteil der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft von 3,1% im oberfränkischen Durchschnitt unterliegt ebenfalls einer großen Streubreite. Er liegt am höchsten im Landkreis Bayreuth bei 7,8 % und am niedrigsten im Landkreis Wunsiedel bei 2,3%. Diese Beschäftigten haben im Jahr 2009 eine Bruttowertschöpfung von absolut 324,7 Mio. € bewirtschaftet und haben damit einen Anteil von 1,1% an der gesamten Bruttowertschöpfung der Region.

Allerdings gibt es eine intensive Verflechtung mit unterschiedlichen vor- und nachgelagerten Produzenten und Dienstleistern. Nach seriösen Schätzungen hängt letztlich jeder 7. Arbeitsplatz von der Land- und Forstwirtschaft ab.

Strukturwandel in Oberfranken

Landwirtschaft in Oberfranken Der Strukturwandel in der Landwirtschaft ist ein anhaltender Prozess, ausgelöst in erster Linie durch den stetigen technischen Fortschritt. So hat sich beispielsweise die Anzahl der Milchkuhhalter in den letzten 10 Jahren um 38,7% verringert. Die Anzahl der Milchkühe ging dagegen nur um 16,8% zurück, die Milchanlieferungsmengen an die Molkereien stieg im gleichen Zeitraum sogar um 4,3%. Auch in Oberfranken steht die Landwirtschaft im globalen Wettbewerb und kann nicht quasi wie im Freilandmuseum produzieren. Landwirtschaftliche Produkte werden hier nach einem hohen Standard und zudem unter vergleichsweise schwierigen klimatischen und agrarstrukturellen Bedingungen produziert. Somit ist der Strukturwandel auch notwendig, um wettbewerbsfähige Strukturen in Landwirtschaft zu schaffen.

Die Zukunft der oberfränkischen Landwirtschaft

Landwirtschaft in Oberfranken Auch wenn in Zukunft die Bedeutung der Landwirtschaft enorm ansteigen wird sowohl als Produzent für Nahrungsmittel und Energie als auch als vielseitiger Dienstleister im ländlichen Raum, wird der Strukturwandel weitergehen. Die Zahl der Betriebe wird sich weiterhin um rund 3% pro Jahr verringern.

Gerade aber weil die naturräumlichen Bedingungen dem Größenwachstum Grenzen setzen, haben viele landwirtschaftliche Unternehmer die landwirtschaftliche Urproduktion um neue Geschäftsfelder erweitert. Dazu zählen unterschiedlichste Dienstleistungen im ländlichen Raum, die Erzeugung nichtalltäglicher regionaler Spezialitäten genauso wie für die Eröffnung neuer Vertriebswege wie zum Beispiel der Direktvermarktung. Landwirtschaft in Oberfranken ist aufgrund der Prägung des Landschaftsbildes, der Erzeugung von Rohstoffen und der Erzeugung, Weiterverarbeitung und Vermarktung regionaler Spezialitäten ein wichtiger Teil der Genussregion.

Oberfränkische Landwirtschaft in Zahlen

  • In Oberfranken werden 46,8% der Fläche landwirtschaftlich genutzt. 40,1% sind bewaldet.

  • Mit rund 10.300 landwirtschaftlichen Betrieben ist die Landwirtschaft in nahezu allen oberfränkischen Dörfern präsent.

  • Mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 29,7 ha werden fast alle Betriebe als bäuerliche Familienbetriebe geführt.

  • Der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe beträgt 65%, wobei die Spanne von 42% im Landkreis Wunsiedel bis hin zu 78 % im Landkreis Forchheim beträgt.

  • Der Anteil der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft von 3,1% im oberfränkischen Durchschnitt unterliegt ebenfalls einer großen Streubreite. Er liegt am höchsten im Landkreis Bayreuth bei 7,8 % und am niedrigsten im Landkreis Wunsiedel bei 2,3%.

  • Diese Beschäftigen erwirtschaften eine jährliche Bruttowertschöpfung von absolut 324,7 Mio. bzw. haben einen Anteil 1,1% an der gesamten Bruttowertschöpfung der Region. Jeder 7. Arbeitsplatz hängt von der Land- und Forstwirtschaft ab.



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