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Spezialitäten

 

 

Braada Kung

Produktgruppe:

Hefegebäck

Braada Kung mit verschiedenen Belägen

Braada Kung mit verschiedenen Belägen

Braada Kung mit verschiedenen Belägen Braada Kung in bunter Auswahl Braada Kung in bunter Auswahl Braada Kung, Mandarine-Quark Braada Kung in bunter Auswahl Braada Kung in bunter Auswahl Braada Kung, Herstellung Braada Kung mit Schokolade Braada Kung mit Streuseln und Schokolade Braada Kung im Anschnitt Braada Kung als Konfirmationsgeschenk Braada Kung mit Johannisbeerbelag Blechkuchen aus Kulmbach

weitere Bezeichnung:

Blechkuchen, Konfirmationskuchen, Festtagskuchen

Regionen:

Frankenwald, Fränkische Schweiz, Hof, Kronach, Kulmbach, Steigerwald , Tettau, Tourismusregion Obermain*Jura

Offenlegungsdatum:

Braada Kung oder Blechkuchen gehören zu den traditionsreichsten Kuchengebäcken im ländlichen Raum. Ein genaues Entstehungsdatum ist nicht zu ermitteln.

Beschreibung:

Braada Kung oder einfach Blechkuchen sind eine typische Spezialität aus den dörflichen Gemeinschaften und kleineren Städten Oberfrankens, insbesondere der Frankenwaldregion. Man bestellt sie zu Konfirmationen, Hochzeiten, Geburtstagen oder auch zu Beerdigungen und anderen besonderen Anlässen, um die gesamte Nachbarschaft am zumeist freudigen festlichen Anlass innerhalb der Familie teilhaben zu lassen.

In früheren Zeiten gab es in den Landbäckereien noch nicht so viele Sorten an Feingebäck wie heute. Um zu größeren festlichen Anlässen in der Familie der Nachbarschaft - wie üblich - einen "Bescheid" auszutragen, griff man daher auf den traditionellen Hefeblechkuchen mit unterschiedlichem Belag zurück. Auch dieser war natürlich jahreszeitlich angemessen und entsprach dem Vorhandenen, also z.B. Butter- oder Nuß-/Mandel-Streußel, Apfel- / Pflaumen-Streusel, Quark, Quark mit Obstbeigabe wie Mandarinen, Johannisbeeren, Quark mit Schokoladenüberzug, Johannisbeeren und vieles mehr. Häufig wurden die Kuchen zu hause backfertig hergestellt und nur zum Backen in die örtliche Bäckerei getragen. Mit der Zeit überließ man aber das aufwändige Geschäft der Kuchenherstellung ganz dem ansässigen Bäcker. In den kleineren Bäckereien konnte es bei größerer Nachfrage nach Kuchen dann durchaus vorkommen, dass Nachbarschaft und Verwandtschaft mit Schüsseln und Töpfen aushelfen musste, um die geforderte Vielfalt an Kuchenbelägen herzustellen. An manchen Tagen mussten bis zu 160 Kuchen gebacken werden, so dass in der Bachstube von früh bis spät alle Hände beschäftigt waren. Wenn dann die Lagerkapazität des jeweiligen Betriebs zum Aufbewahren der Kuchen nicht ausreichte, trug man sie kurzerhand in der Wohnung des Bäckers, die ja meistens im ersten Stock des Hauses über der Backstube lag, und bewahrte sie in Küche, Wohn- und Schlafzimmer auf.
In vielen Regionen des Frankenwaldes und Rennsteiggebietes (z.B. Tettau) sowie im Hofer Land (z.B. Köditz) werden Braada oder Runde Kung heute vor allem zu Konfirmationen gebacken und als „Bschaad“ oder „Patendank“ in verschiedenen Größen ausgetragen. Dazu machen sich Konfirmand und Konfirmandin neu eingekleidet auf den Weg, um die Nachbarschaft zu beschenken und vor allem, um "Duud" (Pate) oder "Duudla" (Patin), der fränkischen Bezeichnung für "Tutor" = Vormund oder Beschützer, für die Fürsorge während der Patenzeit Dank zu sagen. Dazu wurde früher als Erinnerung ein Dankesspruch sorgfältig handgeschrieben, mit bunten Bildern verziert oder mit Litzen in Silber und Gold drapiert, in einem Bilderrahmen gefasst überreicht. Erhalten hat sich der Brauch, die Nachbarschaft durch Überreichung eines schön verpackten Kuchengeschenks am eigenen Fest teilhaben zu lassen, so dass auch heute noch an den Tagen vor den Konfirmationsfesten in den regionalen Landbäckereien Hochbetrieb herrscht.

Zutaten:

Für 1 Kuchenblech (Durchmesser ca. 55 cm)
Hefeteig für einen Blechkuchen
750 g Mehl
400 g Milch
200 g Butterfett
150 g Zucker
7,5 g Salz
40 g Hefe

Als Belag eignen sich verschiedene Streusel wie Butter-, Apfel-, Nuss-; Mandel-Quark, ev. mit Rosinen oder Obst (Mandarinen, Johannisbeeren als Beimischung) oder mit einem hausgemachten Schokoladenguss (Kakao, Sahne, Zucker) überzogen, oder reine Obstbeläge wie Johannisbeeren, Schwarzbeeren etc.

Rezept Streusel als Belag:
350 g Butter, 350 g Zucker, ca. 500 g Mehl:

Aufbewahrung / Haltbarkeit:

Hefekuchen schmecken am besten frisch, lassen sich aber auch in Haushaltsfolie verpackt, ein paar Tage aufheben. Bitte nicht im Kühlschrank lagern, da der Hefeboden sonst zu sehr austrocknet.

Herstellung:

Aus Milch, Hefe und einem Teil Mehl wird ein Vorteig (Dämpfle) hergestellt, den man etwa 45 Min. gehen lässt. Danach die restlichen Zutaten zufügen und alles zu einem wolligen Teig weiterverarbeiten. Danach werden 1500 g schwere Teigstücke abgewogen und rund gewirkt. Man rollt den Teig etwa 3 cm dick auf ein gefettetes Backblech von ca. 55 cm Durchmesser; dabei wird der Rand zopfartig gedreht und verziert.

Die Zutaten für die Streusel miteinander vermengen und mit den Händen zu Streuseln zusammendrücken. Auf dem Hefeteig verteilen und alles zusammen bei mittlerer Hitze etwa 30 Min. backen.

Jahreskalender:

Sie können die Spezialität ganzjährig genießen.

Genusstipp:

Blechkuchen - Braada Kung - passen bei allen festlichen Anlässen zu Kaffee oder Tee.

Autoren:

Genussregion Oberfranken, Foto Martin Bursch; Textbearbeitung Uta Hengelhaupt, Rezept Bäckerei Löffler, Kleintettau.

 

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